Kurzmitteilung

GTP!

Ein weiterer Leckerbissen meiner “Guess the pawn!”-Trainingsreihe…

Kompromisslos! Da die Zeitkontrolle gerade vorüber ist, kann Weiß in aller Ruhe die Konsequenzen dieser verpflichtenden Fortsetzung berechnen, wonach er nach weiteren fünf Zügen mehr oder weniger forciert folgende Stellung erhält:

Guess the pawn!

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New Age Scheiß: Manifestation durch Gedanken

Viele Menschen leben in der naiven Überzeugung, dass ihre Gedanken ihre Welt gestalten. Angeblich werden die Dinge in ihr Leben gezogen, mit denen sie sich geistig beschäftigen. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass Botschaften an unser Universum geschickt werden würden und dieses wiederum eine Intelligenz besäße, welche darauf reagierte: Manifestation durch Gedanken. Napoleon Hill geht beispielsweise in seinem populärem Buch “Denke nach und werde reich” davon aus, und der bekannte US-Blogger Steve Pawlina gibt sich redlich Mühe, naturwissenschaftliche Indizien zur Untermauerung dieses angeblich existierendem universalem Prinzips zu finden. Dann gibt es natürlich natürlich hunderte Pseudoweltveränderer auf Youtube, welche ihren Zuschauern das Glücklichsein beibringen wollen. Diese erklären geduldig, dass unsere aktuellen Lebensumstände einzig durch unsere Gedanken in unser Leben gezogen wurden, und welch’ Überraschung: In deren Bücherregal sind Werke wie Charles Haanels “Master Key System” zu erkennen.
Leider ist diese Überzeugung falsch. Eine Welt, die auf unsere Gedanken reagiert, wäre natürlich reizvoll: Denken wir sie uns einfach schön! Daher kann ich es gut verstehen, dass Menschen sich wünschen, es wäre so, und dieses Wunschdenken ist natürlich angenehmer, als den Einfluss der Gedanken realistisch einzuschätzen. Die “bittere” Wahrheit ist: Alles, was wir tatsächlich in der Welt bewirken, äußert sich einzig und allein durch Handlungen. Völlig egal, wie fokussiert der innere Kompass eines passiven Menschen ausgerichtet ist, wird dieser aufgrund seiner Passivität nichts verändern. Wer beispielsweise reich werden möchte, dem wird der Reichtum nicht geschenkt werden – selbst bei einem Lottogewinn muss zuvor eine Handlung erfolgen. Gerne wird darüber hinaus ignoriert, dass wir nicht nur handeln müssen, sondern auch noch die Verantwortung für die Konsequenzen unseres Handelns tragen müssen, und die sind oft nicht angenehm. Haben wir an diese etwa auch intensiv gedacht und uns herbei gewünscht?
Dann ist unser Handlungsspielraum erschreckend klein: Wir sind abhängig von Naturgesetzen und dem Wohlwollen anderer Menschen. Lass’ uns doch ‘mal Unsterblichkeit herbei denken – der Körper wird nicht mitspielen. Lass’ uns den DSDS-Sieg herbei denken – die Jury wird es mitentscheiden. Schließlich noch ein Gedankenexperiment: Angenommen, es wäre tatsächlich so, dass wir durch unsere Gedanken genau diese Dinge in unser Leben ziehen würden…Dann würden wir in einer geordneten und logisch stringenten Welt leben. Das Universum würde unsere Absichten erkennen und genau für das richtige Ergebnis sorgen. Schön wär’s. Außerdem würden keinerlei Konflikte zwischen den Manifestationen einzelner Menschen auftreten. Unvorstellbar.

Was mir an der Idee gefällt, ist der Aspekt der Eigenverantwortung. Einiges menschliche Leid ist selbstverursacht, und das kann sich nur durch das Übernehmen von Verantwortung ändern. Dummerweise wird Denken mit Handeln gleichgesetzt, obwohl wie schon illustriert die selbe Handlung immer das selbe Ergebnis liefert – völlig unabhängig welche Gedanken ihr zugrunde liegen. Angesichts dieses riesigen Irrglaubens wiegt der Aspekt der Eigenverantwortung nahezu nichts und verdient es daher, wie die Lehre der katholischen Kirche oder andere Aberglauben verspottet zu werden. ROFL. LOL.

Das kritische Zugpaar Lc1xSh6 Db6xb2 im Vorstoßfranzosen

Immer wieder haben wir es im Vorstoßfranzosen mit einer Situation wie dieser hier zu tun:
Zugumstellungsgraph

Zugumstellungsgraph

Nimmt Weiß nun den Springer auf h6, so erlaubt er 7. … Dxb2. In solchen Situationen kann Weiß häufig die Dame fangen, was jedoch oft kompliziert ist. An dem Zugpaar Lc1xh6 Db6xb2 steht und fällt die Bewertung manch’ einer kritischen Variante.

Motivation von Sh6

Sg8_RouteIm Vorstoßfranzosen geht der schwarze Sg8 gerne in zwei Zügen nach f5, um den Druck gegen d4 auszubauen. Die Route g8-e7-f5 ist manchmal problematisch, weil kurzfristig der Lf8 nicht eingreifen kann. Weiß kann dies mit Sa3 ausnutzen, was normalerweise wegen einem Tausch auf d4 nebst Lf8xSa3 suboptimal ist. Sa3_ManöverIn einigen Stellungen ist auch ein weißes dxc5 nebst b4 mit Tempo gut. Der Präsident des deutschen Schachbundes, Herbert Bastian, gewann einmal sehr instruktiv eine Partie gegen die Französisch-Legende Korchnoi, in der das Verstellen des Lf8 eine Rolle spielte:

 

Ein typischer Damenfang

sieht z.B. so aus:

Hier hätte Schwarz anstatt 7. … Dxb2 unbedingt auf h6 zurück nehmen sollen. Danach kamen die kritischen Züge auf’s Brett, und der Weiße ließ dem Gegner keine Chance mehr.

Ein typisch misslungener Damenfangversuch

sieht z.B. so aus:

Weiß hätte ebenso gut Le3 o.Ä. anstatt Lc1 spielen können, es gelingt ihm wegen der starken Möglichkeit c4 nebst Sa5 nicht, die schwarze Dame zu fangen.

Die Übersicht

der wichtigsten Abspiele aus Theorie und Praxis:

VarianteLxh6 gut?bester ZugDxb2 gut?Elo Schwarz
6.Ld3 Sh6spielbar7.0-0ja2508
6.Ld3 cxd4 7.cxd4 Sh6spielbar7.Sc3ja2361
6.Ld3 Ld7 7.0-0 Sh6spielbar8.dxc5nein2410
6.Ld3 Ld7 7.0-0 cxd4 8.cxd4 Sh6spielbar9.Sc3nein2360
6.Ld3 Ld7 7.Lc2 Sh6nein8.0-0ja2240
6.Ld3 Ld7 7.Lc2 cxd4 8.cxd4 Sh6nein9.Sc3ja1395
6.Le2 Sh6ja7.Lxh6nein2647
6.Le2 cxd4 7.cxd4 Sh6spielbar8.Sc3ja2711
6.Le2 Ld7 7.0-0 Sh6ja8.Lxh6nein2740
6.Le2 Ld7 7.0-0 cxd4 8.cxd4 Sh6ja9.Lxh6nein2508
6.a3 Sh6nein7.b4ja2704
6.a3 cxd4 7.cxd4 Sh6spielbar8.b4ja2484

Schubladendenken

Der Duden definiert Schubladendenken als

an starren Kategorien orientierte, undifferenzierte, engstirnige Denkweise

Mit dieser Definition habe ich verschiedene Probleme und ich denke, dass ein tieferes Verständnis dieser Problematiken unsere Gesellschaft weiter bringen würde. Obwohl die Duden-Definition dem Schubladendenken keinem konkreten Kontext zuordnet, erlebe ich diesen Begriff immer nur auf Menschen bezogen. Illustrativ ist dazu eine Google-Bildersuche: Sie liefert viele hübsche Zeichnungen, bei denen Menschen aus herausgezogenen Schubladen ihre Köpfe strecken. Zunächst werde ich anhand von Beispielen darlegen, was man von Schubladendenken abgrenzen muss. Anschließend ziehe ich daraus Schlüsse und lege dar, warum Schubladendenken wichtig ist.

Keine zwei Menschen ähneln sich in so hohem Maße, dass sie identisch sind. Diese Tatsache ist zwar jedem bekannt, doch nur wenigen bewusst. Im Alltag wird dies bei enttäuschten Erwartungshaltungen deutlich, sobald diese sich auf Gruppenzugehörigkeit stützen:

Was, Du als gläubiger Christ wählst nicht die CDU? Das verstehe ich nicht!

Es ist richtig, dass viele gläubige Christen die CDU wählen, die Überraschung ist in diesem fiktiven Beispiel angebracht. Das geäußerte Unverständnis dagegen drückt aus, dass dabei nicht bewusst ist, dass es sich bei’m Schubladendenken um eine Verallgemeinerung handelte, welche nicht notwendigerweise auf das konkrete Individuum zutreffen muss. Kommt nun noch eine Wertung dazu, haben wir ein Vorurteil gebastelt:

Was, Du als Philosophie-Professor schaust so etwas Stupides wie Southpark?

Die Formulierung “so etwas Stupides wie” drückt explizit Geringschätzung der Kultserie aus. Implizit haben wir hier noch eine zweite Wertung, nämlich dass ein Philosophie-Professor ein Niveau besäße, welches den Konsum von Southpark nicht zulässt. Schließlich gibt es noch Vorurteile, die genau anders ‘rum funktionieren, bei Ihnen ist bereits die Schublade selbst explizit bewertet:

Was, Du als Raver schreibst Gedichte?

Hier wird explizit davon ausgegangen, dass Rave-Hörer derart abgestumpft sind, um etwas tief Emotionales wie Gedichte zu verfassen. Möglicherweise noch schlimmer, es wird explizit davon ausgegangen, dass Raver des Lesens und Schreibens nicht mächtig sind.
Vorurteile sind eine sehr schlimme Sache. Sie sind das Fundament für Ideologien wie zur NS-Zeit die Endlösung der Judenfrage. Sehr abstrakt betrachtet ist es auch nicht falsch, dass jedem von Menschen verursachtem Leiden ein Vorurteil vorausgeht. Ohne Vorurteile gäbe unter Menschen nur noch gegenseitige Akzeptanz (was noch ‘mal eine Stufe weiter geht als Toleranz), und ich persönlich kann mir eine derart utopische Welt nicht mit von Menschen verursachtem Leiden vorstellen.

Nun möchte ich aber eine Lanze für das Schubladendenken an sich brechen. In Diskussionen gibt oft den typischen Vorwurf “Du denkst in Schubladen”, der eigentlich gar kein Vorwurf ist, sondern ein Kompliment. Schubladendenken ist nichts anderes als normales wissenschaftliches Vorgehen: Eine zu untersuchende Menge wird in Klassen eingeteilt und anschließend aus empirischen Beobachtungen Schlüsse gezogen. Besonders gut geht das bei binären Gegenüberstellungen, z.B. Rechtshänder gegenüber Linkshänder. Falls zwei Gruppen sich in einem Merkmal nicht signifikant unterscheiden, so stellt auch das bereits einen Erkenntnisgewinn dar: Die Unterscheidung spielte in diesem Falle keine Rolle. Falls sie sich jedoch deutlich unterscheiden, so lässt sich Ursachenforschung betreiben oder daraus weitere Schlüsse ziehen. In unserer anfänglichen Betrachtung haben wir allerdings zwei Dinge festgestellt:

  1. Schubladendenken gepaart mit Unbewusstheit wird zu Unverständnis und ungerechtfertigten Erwartungshaltungen.
  2. Schubladendenken gepaart mit Wertungen wird zu Verurteilen.

Genau hier wird auch jeweils die Wissenschaftlichkeit verlassen! Wissenschaft ist sich immer bewusst (z.B. wenn gerade verallgemeinert wird), und Wertungen haben in der Wissenschaft nichts verloren. Wenn Schubladendenken dem Wesen nach wissenschaftlich ist, so sind sowohl die Unbewusstheit als auch die Wertungen dem Schubladendenken wesenfremd, und ich denke, dass dieser Punkt die Quelle für Missverständnisse über das Schubladendenken ist. Schubladendenken ist in keiner Hinsicht starr, undifferenziert oder engstirnig:

Oh, Du wählst nicht die CDU? Das ist ja interessant, denn viele gläubige Christen wählen die CDU. Was ist Deine persönliche Motivation?

Hierbei kommt auch sehr schön die wissenschaftliche Neugierde zum Ausdruck, welche sich auf natürliche Weise einstellt. Es stellt sich tatsächlich die Frage, wie Menschenkenntnis ohne Schubladendenken überhaupt funktionieren soll. Um ein Individuum in der Tiefe zu verstehen, ist es sehr wahrscheinlich sogar notwendig, den Wesenskern mit den entsprechenden Schubladen abzugleichen. Schubladendenken ist also eine durch und durch gute Sache, ironischerweise werden damit Dinge wie unzulässige Verallgemeinerungen und Wertungen damit assoziiert, obwohl diese rein gar nichts damit zu tun haben. Lasst uns damit aufhören – sowohl mit Assoziieren als auch mit der alltäglichen Ausübung jener Assoziationen.

 

Facebook Sticker – Die nächste Stufe der Verblödung

Schon seit geraumer Zeit stellt Facebook den Nutzern alberne Bildchen, genannt Sticker, für ihre persönlichen Nachrichten zur Verfügung. Nun können diese zum Leidwesen kritisch denkender Menschen auch in Kommentaren und öffentlichen Posts verwendet verwenden: im Prinzip überall, wo man Text eingeben kann. bild.de schreibt dazu:

Fröhliche Kaktusse, verliebte Fuchse, heulende Hasen und erschrockene Wecker…Facebook wird jetzt noch bunter!

Besser hätte ich es der Bild nicht in den Mund legen können, würde ich eine Satire schreiben. Ebenso die rechte Seitenleiste “Könnte Sie auch interessieren” mit Artikelvorschlägen wie “18-Jährige ließ sich oral von Hund befriedigen” (selbstverständlich mit Bild der Zoophilen), “Spinne platzt aus Banane” oder “Youtube-Hit – Hier erfahren Männer, dass sie Vater werden”. Exakt auf diesem Niveau sehe ich Menschen, welche die vermittelte Begeisterung für die Sticker teilen: “Fröhliche Kacktusse” schreibt sich immer noch mit “ck”.

Bild_facebook_Sticker
“Noch bunter” geht in diesem Falle Hand in Hand mit “noch inhaltsloser”.
Diese Sticker nehmen etwa vier Zeilen in Anspruch, in denen wertvoller Text stehen könnte,Sticker_Storeund bringen stattdessen zum Ausdruck: “Ich finde an dieser Stelle folgenden nichtssagenden Sticker passend”. Das ist natürlich praktisch für all’ diejenigen, welche nichts zu sagen haben und ohnehin keinen Satz zustande bekommen, ohne größere orthographische Unfälle zu bauen. Schrecklich finde ich auch, wie infantil diese Sticker sind. Ich möchte dabei nicht die kindliche Seite eines jeden Menschen verurteilen, ich bin auf einer Linie mit Erich Kästner:

“Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene,
aber was sind sie nun?
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.”

Für die Kommunikation dagegen brauche ich das nicht. Man kann Kommunikation nicht ernst nehmen, welche aus albernen Bildchen besteht, und das ist sehr schade. Wenn es um Emotionales wie Zuneigungsbekundungen geht, dann sagt ein Bild nicht mehr als 1000 Worte, sondern umgekehrt: Drei oder vier gut gewählte Worte sagen mehr als alle Bilder dieser Welt. Wer an die Kommunikationsmodelle von Friedemann Schulz von Thun denkt, der ist sich der Tatsache bewusst, dass die Fähigkeit unserer Gesellschaft zur Metakommunikation (also Kommunikation über die Kommunikation) sehr verkümmert ist. Obwohl die Facebook-Sticker im Dienste der Kommunikation stehen, verhindern sie somit, dass sich Menschen wahrhaftig begegnen können.

Ich sehne mich nach der Zeit zurück, als “Comic Sans” das Nr.1 Lästerthema war.

Ban_comic_sans

Ishkur’s Guide to Electronic Music

Denotation rezensiert: Ishkur’s Guide to Electronic Music

Ich muss mit einer Warnung starten: Ishkur’s Guide to Electronic Music (EMG) arbeitet mit einem sehr hohen Farbe-an-sich-Kontrast, weshalb dessen längere Betrachtung bei Puristen Augenkrebs auslösen kann!

Ishkur's Guide to Electronic Music

Auch Webentwickler und einige Nutzer treibt die Seite in den Wahnsinn, denn sie besteht tatsächlich nur aus einem Flash-Plugin! Laut Seiteninformationen wurde die Seite zuletzt 2004 modifiziert – kann man aufgrund dessen die Flash-Sünde verzeihen oder handelt es sich nur um ein weiteres No-Go? Um über all’ das hinwegsehen zu können, muss dem ja wirklich phantastischer Content entgegenzusetzen sein. In der Tat: Der Inhalt ist einzigartig gut. Viele Menschen, denen ich die Seite gezeigt hatte, konnten sich zunächst stundenlang nicht mehr davon losreißen! Der EMG definiert über 100 Musikgenres. Diese beschreibt er auf sehr humorvolle, pointierte Art und Weise, welche großen Spaß zu lesen bereitet. Den Text ergänzt er um Samples, welche für das jeweilige Genre typisch sind. In der Auswahl der Samples beweist der EMG großes Geschick und Geschmack, sodass sich bei Fans ein richtiger Kult gebildet hat, der in liebevoll gepflegten youtube-Playlists gipfelt. Die Genres sind wie auf einer Flowchart miteinander verbunden, sodass eine Übersicht über deren Entwicklung und Verwandtschaften entsteht. Leider werden aufgrund des Alters der Seite nur Genres bis zur Jahrtausendwende berücksichtigt, doch es gibt Hoffnung auf eine neue Version: Ishkur veröffentlicht seit einiger Zeit auf mixcloud.com Genre-Mixes und deutet bei deren Veröffentlichung an, dass er eine Aktualisierung plant. Sollte es so weit kommen, so freue ich mich bereits über eine vernichtende Dubstep-Kritik. Neben Geschmack steht der EMG-Autor meiner Meinung nach für Understatement. Mir fiel auf, dass Ishkur sich nicht als DJ bezeichnet, wohl analog zu Tonka. In einem Interview aus dem Jahre 2003 konstatiert er, dass der EMG kein Kunstwerk sei. Dem widerspreche ich entscheidend: Der EMG ist Kunst.

Ishkur's EMG Rating

KategorieRating
Summe8 \ 10
Inhalt7 \ 7
Gestaltung0 \ 1
Navigation1 \ 1
Aktualität0 \ 1

Pro und contra Todesstrafe

ArgumentProContra
1"Genugtuung"Doppelmoral
2-Menschenwürde
3-Hybris: Mensch als Richter über Leben und Tod?!?
...-...
...-...
...-...
4711-schlecht für den Tourismus

Wie unschwer zu erkennen ist, steht unzähligen und gewichtigen Argumenten gegen die Todesstrafe nur ein sehr schwaches gegenüber – die Genugtuung der Angehörigen. Damit sind Verfechter der Todesstrafe prima Beispiele dafür, was dabei herauskommt, wenn Herz und Vernunft nicht im Gleichgewicht sind: DoppelmoralIn diesem Fall entstand die Schieflage zugunsten des Herzens, es ist Empathie gegenüber dem Opfer und deren Angehörige da, doch die Befürworter der Todesstrafe verlieren sich darin. Sie tragen Scheuklappen, welche es ihnen offenbar unmöglich machen, Empathie für einen zum Tode verurteilten Menschen zu empfinden. Liegen da nicht irgendwie sogar psychopathische Wesenszüge vor, wenn man einen Menschen derart hasst, dass man ihm den Tod wünscht? In Anbetracht solcher Gedanken bin ich sehr froh darüber, dass wir keine direkte Demokratie haben, denn ich bin mir sicher, in diesem Fall hätten wir in Deutschland die Todesstrafe. Artikel 1 des Grundgesetzes würde mit dem Zusatz versehen werden, dass Mörder ihre Menschenwürde verwirkt hätten. Ausgenommen natürlich der gesetzlichen Vollstrecker, mit der licence to kill. Quasi vom Land der Dichter und Denker – zum Land der Richter und Henker.

Doch unabhängig von den vielen Argumenten dagegen, unabhängig von der Pathologie der Mehrheit der Bevölkerung, unabhängig meines Appells zu mehr Bewusstsein – erfüllt die Todesstrafe wenigstens die Kriterien einer Strafe?
Erstaunlicherweise nicht: Eine Strafe dient zum Einen der Abschreckung. Doch ein Mörder ist in der Regel skrupellos und bereit, nahezu jede Konsequenz zu tragen. Die Statistiken belegen dies, es gibt keine einzige Statistik, welche eine Korrelation zwischen Strafmaß und Todesopfern aufzeigt, von Abschreckung kann also keine Rede sein. Zum Anderen dient eine Strafe der Prävention neuer Straftaten,By compulsiveprep_8 (Subido a Flickr como Britney Spears Concert) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons dieser Umstand ist zugegebenermaßen erfüllt, allerdings hätte eine lebenslange Haftstrafe einen vergleichbaren Effekt auf deutlich weniger drastische Weise. Hinzu kommt aber noch die Ideologie, dass eine Strafe einem Sinneswandel förderlich sein soll, d.h. ein Straftäter bekommt mit der Strafe die Chance, sich zu bessern. Britney Spears hat das wunderbar mit den Worten ausgedrückt:

Ich bin für die Todesstrafe. Wer schreckliche Dinge getan hat, muss eine angemessene Strafe bekommen. So lernt er seine Lektion für das nächste Mal.

Folglich liegt streng genommen noch nicht ‘mal eine Strafe vor. Todesstrafe ist nichts anderes als eine Pseudostrafe.

Keine Extrawürste für Frauen im Schach

Short und die political correctness – Teil 2

Ein deutsches Sprichwort lautet:

Der beste Prediger ist die Zeit.

Fast eine Woche nach Short und die political correctness äußert sich nun auch Ilja Schneider im Schachblog von Zeit online zum Geschehen. Hätte er ‘mal auf denotation vorbeigeschaut, dann hätte er sich vielleicht nicht nahtlos in die grauenvolle Berichterstattung der Massenmedien eingefügt. Ich schätze Ilja Schneider für seine Partien, insbesondere die Behandlung der Eröffnung, doch bei seinem Artikel kann ich nur den Kopf schütteln. Er behauptet allem Ernstes

[…] Nigel Short […] veröffentlichte in der Zeitschrift New In Chess einen Artikel, in dem er mit einer selbst für Stammtischniveau untypischen Offenheit postulierte, dass Frauen von Natur aus nicht so gut Schach spielen könnten wie Männer. Ihrer Gehirnstruktur wegen.

Im besagten New In Chess Artikel stellt Short lediglich fest, dass es ungewöhnlich große Spielstärkeunterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Er behauptet nicht, dass dies von Natur aus so sei. Dass Frauen grundsätzlich in der Lage sind mit Männern im Spitzenschach zu konkurrieren, geht aus dem Artikel hervor, indem er viel zu den Polgar-Schwestern schreibt. Folglich postuliert Short noch nicht ‘mal grundsätzlich, dass Frauen nicht so gut spielen können wie Männer. Die unterschiedliche Gehirnstruktur als (Teil-) Ursache der Unterschiede ist eine Vermutung von Short, selbst wenn man nach 3 Liter Bier die These, welche Ilja Schneider ihm zuschreibt, aus dem Artikel ‘rausliest, so handelt es sich nur um eine Vermutung, nicht um eine Begründung. Nebenbei bemerkt, ist Ilja Schneiders Formulierung etwas seltsam: Nicht Nigel Short veröffentlichte in NIC einen Artikel, sondern, NIC veröffentlichte einen Artikel von Short. Um sich sein eigenes Bild vom besagten Artikel zu machen, kann ich besagten Leser nur ein weiteres Mal dazu auffordern, ihn im Original zu lesen, er ist mit Genehmigung von NIC auf chessbase.de zu finden. Eines muss ich Ilja Schneider jedoch lassen: Er kann sehr gut Links zusammentragen. So findet man ein Skype-Interview von Short auf youtube, aus welchem klar hervorgeht, dass ich Short genau richtig verstanden habe, als ich Short und die political correctness schrieb.

Aber all’ das war nur Ilja Schneiders Aufhänger, um sich der Fragestellung zu widmen, warum es so wenig Frauen im Schach gäbe und was man dagegen tun könne. Dabei behauptet er, dass die Schachcommunity mehrheitlich hinter Shorts Aussagen stehen würde. Hm, ich würde es mir wünschen, doch wissen kann ich es nicht – doch Ilja Schneider weiß es, was die Community denkt. Weiter behauptet er, dass bei Schachspieler Männer in Frauen Opfer sehen – ich verstehe nicht, wo er das her nimmt und was er damit meint. Er schlägt vor, für Frauen keine Extrawürste mehr zu machen. So lautet auch der Titel: Lasst die Frauen einfach spielen! Immerhin zumindest ein konstruktiv gemeinter Vorschlag, doch wirklich hilfreich finde ich ihn nicht. Es stimmt, dass es eine Art positiver Diskriminierung der Frauen im Schach gibt. Jemand mit starkem Gerechtigkeitsempfinden kann sich daran zu recht stören. Doch es gibt keine Indizien dafür, dass die Gleichbehandlung Schach für Frauen attraktiver machen würde, im Gegenteil, es widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Ein wichtiger Grund, sich für eine Sache zu motivieren, ist Erfolg. Wenn eine Frau nun durch diese Ungleichbehandlung leichter Erfolge erringen kann, so steigert das ihre Motivation, außerdem vergrößert sich dadurch automatisch die Akzeptanz und Unterstützung durch das Umfeld im Privaten.

Ich vermute, dass Schneider eben über das angesprochene starke Gerechtigkeitsempfinden verfügt, weil der restliche Artikel sich fast nur noch um die Ungleichbehandlung dreht, indem er diese kritisiert und Beispiele aufzeigt. So behauptet er, dass die Deutsche Schachjugend rosafarbene Schachbretter protegiert, was leider etwas aus dem Zusammenhang gerissen ist. Es gibt eine Serie von farbigen Brettern bei Euroschach Dresden, rosa ist halt eine davon, es gibt auch noch grün, blau und rot. Ich finde die Idee nett und die Bretter sehr schick, und ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder gerne ‘mal der Abwechslung wegen auf einem dieser Sets spielen. Dies gilt sogar für Erwachsene, ich nehme mich da selbst nicht aus. Und wenn dadurch jemand lieber spielt, so finde ich das eine gute Sache. Die subtile Diskriminierung besteht eigentlich darin, rosa als Farbe den Frauen zuzuordnen. Empfindet man als Mann rosa einfach als schöne Farbe, gehen sofort die Spekulationen zur Sexualität los. Offenbar ist die implizite Annahme, dass rosa eine “Frauenfarbe” sei, politisch korrekt. Weiter nennt Schneider die Kampagne “Mädchen gehören hinters Brett” als Beispiel für die Ungleichbehandlung. Da gebe ich ihm recht, ich hätte mir darüber von ihm gewünscht, dass er zumindest versucht, kurz darüber herzuziehen. Also muss ich zum Abschluss dieses Artikels dies für ihn übernehmen: Der Slogan ist der kontraproduktivste Slogan, den ich kenne. Er ist eine misslungene Abwandlung der chauvinistischen Plattitüde “Frauen gehören hinter den Herd”. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich Mädchen davon sehr angesprochen fühlen, die eigentliche Intention wird auf den Kopf gestellt.

 

Liebe auf Kredit

Passiver TV-Konsum verblödet. Leider lädt ein Großteil des Programms geradezu dazu ein, denn dessen Inhalt ist schlicht zu dürftig, um sich aktiv damit auseinander zu setzen. Ich bin vor Kurzem über die Liebeskomödie “Liebe auf Kredit” gestolpert. Zwar streift der Titel die Handlung nur am Rande, er stellt aber eine schöne Allegorie dar. Während der Film mit der Fragestellung spielt, ob es sich um wahre Liebe der Protagonisten handelt oder um Businesskalkül, so wirft er in mir ganz andere Fragen auf. Wenn doch in unserer heutigen Zeit Liebe wie ein Konsumprodukt gehandhabt wird…welche Rolle spielen da Kredite?

Womit wird in Beziehungen eigentlich gezahlt? Da scheint es viele Dinge zu geben, welche oft auch Hand in Hand gehen: Zeit, Vertrauen, Wertschätzung, Informationen, sexuelle Gefälligkeiten…In der sogenannten Kennenlernphase findet immer ein Vertrauensvorschuss statt: Niemand garantiert, dass der oder die Fremde nicht die Wohnung leerräumt, während man kurz die Toilette frequentiert. Intime Informationen können ausgenutzt werden, man wird verletzbar und angreifbar. Ist ein Vorschuss nicht eine allgemeine Form des Kredits? Das passt ganz gut, denn die Kredite sind u.A. dazu da, dass Geld zirkuliert und Wirtschaftswachstum entsteht. Ohne Kredite könnte beispielsweise ein junger Erfinder sein Startup-Unternehmen erst Jahrzehnte später gründen – sprich: nie. Entsprechend ist es, wenn zwischenmenschlich eine neue Bindung eingegangen wird. Das ist zunächst einmal eine gute und sinnvolle Sache, es gäbe ohne Vorschuss – sei es Vertrauen, sei es Wertschätzung, sei es Sex – kaum noch neue Bindungen. Gibt es bei diesem Vorschuss auch Zinsen, wie bei’m Kredit? Auf den ersten Blick nicht, doch es gibt sie tatsächlich, nur gut versteckt. Eben wie der Erfinder erst einige Jahrzehnte arbeiten müsste bis er sein Unternehmen gründen kann, so dient auch zwischenmenschlich ein Vorschuss der Überbrückung von Zeit. Doch mit der Zeit wächst das Vertrauen und auch die Wertschätzung wird mit der Zeit immer begründeter und fundierter. Zeit ist der eigentliche Zins, es fällt jedoch nicht auf, da Zeit ohnehin ohne unser Zutun oder eigene Leistung vergeht. Es hat also seinen nicht ganz unbegründeten sarkastischen Reiz, auch auf zwischenmenschlicher Ebene bewusst das Wort Kredit zu benutzen. Wer ist eigentlich Kreditgeber und wer Kreditnehmer? Wir haben es mit zwei Krediten zu tun, jeder gibt dem anderen einen und nimmt vom anderen einen. Beide wiederum werden in die Kooperation investiert, etwas romantischer gesprochen: in die Beziehung. Diese wird einigermaßen stabil sein, wenn die Kredite samt Zeit als Zins abgezahlt sind. Doch was passiert mit einem Kredit, wenn die Kooperation vorzeitig scheitert? Der Kreditnehmer kann nun nicht weiter mit Zeit, Vertrauen, Wertschätzung, Informationen und sexuellen Gefälligkeiten seinen Kredit abstottern – sei es grundsätzlich oder nicht mehr in annehmbaren Maße. Dem Kreditgeber ergeht es nun wie Lehman Brothers. Nun kommt es auf die Höhe des Kredits an, was mit dem Kreditgeber geschieht. War es ein hoher Kredit, so hat der- oder diejenige ein gebrochenes Herz. War es fast nichts, war die Bindung wie ein Low-Budget-Film angelegt, ohne begründete Hoffnung eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Filmen mit etablierten Settings zu sein.

Ich hoffe, dass das allgemeine Bewusstsein über die Analogie zu Krediten sowie die damit verbundene Problematik wächst. Schon oft habe ich erlebt, dass Menschen bei’m Kennenlernen sehr hohe Kredite geben und aufnehmen. Leider ist dabei vielen nicht klar, dass damit eine Verpflichtung einhergeht, in entsprechend hohem Maße an der Abzahlung zu arbeiten, also an der Beziehung zu arbeiten. Alles andere führt zu Frustration, und so erkläre ich mir auch die männer- oder frauenfeindlichen Plattitüden à la “Alle Männer sind Schweine” oder “Alle Frauen sind Schlampen”. Wir leben in einer Zeit, in der gerne auf Pump gekauft wird und die Folgen davon ebenso gerne ausgeblendet werden. Bei’m Konsumprodukt Liebe ist das nicht anders.

Errare humanum est

Sokrates meinte zum Thema Ehe:

Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen.

Klingt witzig und auf den ersten Blick auch ein wenig tiefsinnig. Wer kennt sie schließlich nicht, die Freuden und Leiden einer romantischen Bindung? Wenn ich jedoch eine aktuelle Bestandsaufnahme mache, dann besitzt heutzutage Sokrates Aphorismus keinerlei Gültigkeit mehr. Anstatt ewig zusammen zu leben, ist die Ehe momentan eher ein Garant dafür, sich irgendwann doch zu trennen, bestenfalls hat die Eheschließung keine Auswirkungen auf das Glück zu zweit. Man könnte also zynisch behaupten: Heirate nicht, Du würdest es bereuen. Doch warum ist dies so, und warum heiraten dennoch einige Menschen?

Ich denke, dass die meisten Menschen falsche Vorstellungen von der Tragweite des Eheversprechens, von ihrer eigenen Natur und der Natur ihres Partners haben. Motiviert wird die Ehe in der Regel von der Jahrhunderte alten Tradition und romantischen Klischees. Was ist aber ein Versprechen der ewigen Treue genau wert, wenn es das immer beliebter werdende Konzept der Scheidung gibt? Im Folgenden gehe ich wohlwollend davon aus, dass Menschen aus romantischen Gründen heiraten, und nicht aus Kalkül. Das bedeutet, dass diese Menschen in der Hoffnung heiraten, dass sie nicht zur Mehrheit gehören werden, welche sich scheiden lässt. So weit, so romantisch. Möglicherweise aber auch: So weit, so naiv. Denn selbst wenn sie tatsächlich ihr restliches Leben zusammen verbringen, so ist dies noch längst keine Garantie für Glück. Ganz im Gegenteil: Wenn ein Paar nur noch aufgrund ihres Eheversprechens ihre Ehe führt, bedeutet das vielmehr lebenslanges Leiden.
Nun zur Natur des Menschen…es gibt einige Indizien dafür, dass wir Menschen eher nicht monogam sind. Dies muss keine Rolle spielen, sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden. Wenn zwei Menschen also eine Bindung eingehen, welche mit ewiger Treue einhergehen soll, dann ist das zunächst etwas unnatürliches. Folglich muss entweder die Treue relativiert werden (was das Konzept Heirat eher umso schitzophrener machen würde) oder die Ehe auf nicht-sexuellen Ebenen entscheidende Mehrwerte bieten. Viele Menschen sind einfach nicht gerne allein und binden sich, um vor sich selbst zu flüchten. Ich kann an dieser Stelle einfach nicht umhin, ein weiteres Mal mein Lieblings-Pascal-Zitat anzubringen:

All of humanity’s problems stem from man’s inability to sit quietly in a room alone.

Und wenn ein Mensch auf der Flucht ist, so versucht er sich in Sicherheit zu bringen. In der Tat sind Sicherheiten zentraler Bestandteil einer Ehe, auch wenn viele davon vermeintlicher Natur sind. Für jemanden, der auf der Flucht ist, ist es zudem auch sehr untypisch, dass derjenige sich seinen Zufluchtsort akribisch unter die Lupe nimmt und genaustens kennen lernen möchte, bevor er sich niederlässt. Dies ist nicht hilfreich. Ich finde zwar, dass man in der Lage sein sollte, jeden Menschen zu lieben, trotzdem ist es wichtig, dass man sich jemanden sucht, der auch zu einem passt.
Wie kann überhaupt ein Eheversprechen funktionieren? Theoretisch ist es denkbar, dass die zwei Menschen sich einfach nicht ändern. Es wird also guten Gewissens ein beidseitiges Versprechen gegeben, und selbst Jahre später empfinden beide noch genauso, weil sie komplett in ihrer geistigen Entwicklung stehen geblieben sind. Dies wäre eine erstklassige Gelegenheit, um sich als Zyniker zu outen, der ich jedoch nicht bin. Ich sehe da noch eine weitere Möglichkeit: Zwei Menschen beflügeln sich gegenseitig in ihrer Entwicklung und achten dabei darauf, dass sie dabei einen gemeinsamen Weg gehen. Ironischerweise steht dieser pragmatisch-spirituellen Möglichkeit das Eheversprechen komplett im Wege, denn dieses stellt eine Einschränkung der Freiheit dar, anstatt eine Verdopplung selbiger zu ermöglichen. Und weil Angst stets ein Mangel an Information ist, untergräbt es zusätzlich noch das gegenseitige Vertrauen. Wenn beide sich sicher sind, dann bedarf es keines Versprechens.
Ich appelliere also: Findet erst ‘mal einen Zugang zu euch selbst. Heiratet nicht so viel. Genießt lieber die gemeinsame Zeit, und versucht jeden Tag auf’s Neue ein gesundes Interesse an euren Gegenüber zu entwickeln. Vielleicht werdet ihr so in ein paar Jahrzehnten sagen: “Wir sind jetzt schon so lange ein Paar, jetzt brauchen wir auch nicht mehr heiraten.”